Heroflix No. #1: Daredevil

Ich liebe Superhelden-Comics seit bald 35 Jahren und sammle Superhelden-Filme, seit es die DVD gibt. Sowohl die Mainstream-Superhelden wie Spiderman, Batman & Co. als auch Verwandte wie Hellboy, Spawn, Faust oder Cashern.

Ich habe gestern angefangen, neben der Arbeit mal wieder quer durch meine Sammlung zu schauen und möchte hier zu jedem Film mal ein paar Notizen und Bewertungen festhalten.
Daredevil (2003 // Marvel Franchise)

Angefangen habe ich mit einem meiner Favoriten - und einem von vielen Superhelden-Filmen, die im Bohei anderer Releases damals leider etwas untergegangen ist.

Ich mochte die Geschichte rund um den blinden Anwalt Matt Murdoch schon immer sehr gerne und Ben Affleck schafft es phänomenal, diese Figur auf die Leinwand bzw. den Fernseher zu bekommen. Ihm zur Seite stehen Jon Favreau als sein Adlatus (der später noch einmal als Regisseur von "Iron Man" von sich reden machen wird), eine nach Ihrer ALIAS-Rolle noch etwas arg farblose Jennifer Garner (die heutige Ehefrau von Affleck) als Elektra und ein sehr launig aufspielender Joe Pantoliano (from MATRIX-Fame).

Was diesen Film aber wirklich herausreisst, sind zweieinhalb großartige Bösewichte: Ein knuddeliger, schädelspaltender Michael Clarke Duncan als "Kingpin", ein herrlich überzogen-psychopathisch spielender Colin Farrell als "Bullseye" - und Leland Orser als verzweifelter Rechtsverdreher Welch weiss ebenfalls zu überzeugen.

Gekostet hat dieser Film rund 80 Millionen USD und es ist der Legende nach dem Erfolg von "Spiderman" (2002) zu verdanken, dass der Film gegen Ende der Produktion noch eine Finanzspritze für zusätzliche CGI-Effekte erhalten hat. Gebraucht hätte es das meines Erachtens nicht unbedingt: Daredevil lebt vor allem von seinem wirklich guten Plot, seinen Schauspielern und seiner Stimmung.

Einen zweiten Teil hat es trotz des Erfolges des Films (der immerhin weltweit etwas über 100.000 USD eingespielt hat) bislang nicht gegeben und damit ist auch nicht zu rechnen - das Franchise ist inzwischen "kalt" und der Spin-Off dieses Films, "Elektra" mit Jennifer Garner, war eine mittelschwere Katastrophe.

Was diesem Film ganz klar fehlt und was auch kräftig Abzüge in der Note gibt, ist eine Geschichte. "Der Kingpin beherrscht die Unterwelt New Yorks und Anwalt Matt Murdoch bekommt es als Daredevil heraus" - das ist alles, um was es hier geht und das ist mir persönlich zu wenig. Okay, auch ein Film wie Blade Runner hat eine überschaubare Handlung, hier kann aber die tolle Stimmung die fehlende Handlung nicht ganz wettmachen.

Trotz dieses Defizits schätze ich diesen Film sehr und denke, dass ohne ihn ein Meisterwerk wie "The Dark Knight" niemals möglich gewesen wäre. Wie hier mit Comic-Figuren umgegangen wird, wie sie mit allen ihren Licht- und Schattenseiten respektiert werden, ohne das comichafte zu vernachlässigen - das war sicher die perfekte Blaupause für andere Heroflix der nächsten Jahre.

Meine Wertung: 2+